Bericht: ORF Falco Tribute Konzert Donauinselfest 2017

Foto: ORF/Johannes Cizek.

Das legendäre Falco-Donauinselfest-Konzert von 1993 kehrte am Samstag, den 24. Juni 2017 auf die größte Open-Air-Bühne Europas zurück. Über 130.000 Fans, noch mehr als damals, feierten Samstagnacht die große Falco-Show:

Das größte und emotionalste Tribute-Konzert, das je in Österreich abgehalten wurde. Der Platz vor der großen Festbühne war bis zum Rand gefüllt, denn Falco war dank Video-Zuspielungen die ganzen 80 Minuten „live“ dabei.

Nationale und internationale Künstler gestalteten gemeinsam mit der Original-Falco-Band eine Hommage an den bedeutendsten Popstar des Landes – bei der TV-Aufzeichnung des „ORF Falco Tribute Konzerts“ auf der Wien Energie/Radio Wien/Hitradio Ö3 Festbühne am Wiener Donauinselfest 2017.

Gezeigt wird dieser einzigartige Konzertevent im TV am 2. Februar 2018 in ORF eins anlässlich des 20. Todestages von Falco.


DIE FALCO ORIGINAL-BAND

Die Originalband von Falco trat im Gedenken an den österreichischen Ausnahmekünstler ganz in Schwarz auf und spielte unter der Leitung von Thomas Rabitsch alle Songs im Original-Arrangement synchron zum Konzert von 1993. Dadurch wurden virtuelle Duette der auftretenden Künstler mit Falco ermöglicht, der abwechselnd mit den Live-Protagonisten auf den Video-Screens zu sehen war.

Die Musiker:

Thomas Rabitsch (Keyboard)

Bernhard Rabitsch (Trompete und Percussion)

Robert Pistracher (Bass)

Peter Paul Skrepek (Gitarre)

Peter Vieweger (Gitarre)

Thomas Lang (Schlagzeug)

Die gesamte Band performte den abendlichen Event, wie erwartet, in ihrer professionell gewohnten Art: Fans, die jemals auf damaligen Konzerten von Falco zu Gast waren, schätzten überaus den, über die Jahrzehnte gepflegten und bekannt furiosen „Live-Sound“ der Falco Songs.

Die während des Konzerts noch immer herrschende sommerliche Hitze von rund 28 Grad (!) konnte man den Bandmitgliedern in ihrem ausdauernden und musikalisch leidenschaftlichen Einsatz für diesen Event kaum ansehen.
Bis auf eine Ausnahme: „US-Export“ Schlagzeuger Thomas Lang dürfte wohl, auf Grund der extremen körperlichen Anstrengungen, die der Beruf eines Drummers mit sich bringt, den Schlagzeugbereich in die Nähe der „Wassersituation“ wie beim Unwetter-Konzert 1993 gebracht haben.

Georgij Makazaria – Vorstellung der Falco Band:


LINE-UP

„Out of the Dark“: Falco-Zuspielung 
„Wiener Blut“: Roman Gregory 
„Les nouveaux riches“: Edita Malovčić 
„Junge Römer“: Julian le Play & Gianna Nannini 
„Auf der Flucht“: Skero 
„Kommissar“: Fettes Brot 
„Ganz Wien“: Falco-Zuspielung 
„Jeanny/Coming Home“: Johannes Krisch (Tarek Leitner, Nachrichtensprecher) 
„Männer des Westens“: Yasmo 
„Sound of Musik“: Ana Milva Gomes & Drew Sarich 
„Titanic“: Johannes Krisch 
„Vienna Calling“: Fettes Brot 
„Helden von heute“: Roman Gregory 
„Nachtflug“: Edita Malovčić 
„It’s All Over Now“: Gianna Nannini 
„Mephisto“: Georgij Makazaria 
„Amadeus“: alle Künstler 
„Europa“: alle Künstler

Adel Tawil musste seine Teilnahme auf Grund einer Kehlkopfentzündung absagen,
Birgit Minichmayr sagte am Donnerstag kurzfristig ab.


DAS KONZERT

Den Auftakt bestritt Falco alleine – als Intro wurde “Out of the Dark” mit Portraitstandbildern des Sängers auf der Leinwand abgespielt.

Roman Gregory unterstrich seine „Echte Wiener“ Qualitäten mit den, zu seiner Person passenden Songs „Wiener Blut“ und „Helden von Heute“ . Der ihm angeborene wienerische Dialekt konnte die angereiste Fangemeinde in Art und Weise voll überzeugen.

Konträr dazu Fettes Brot: Der deutsch-österreichische Dialekt der drei Sänger kam an das Original von „Der Kommissar“ nicht heran. Erinnerungen an „Falco – Das Musical“ wurden wach. Der Bühnen-Einzug des Triumvirats mit den Worten „..moin,moin“ beleidigte wohl so manchen „wienerischen Gehörgang“ der rund 130.000 anwesenden Zuhörer. Auch die back-vocals von Roman Gregory und der Band konnten das „Eisen“ nicht mehr „aus dem Feuer holen“: Schließlich war man froh, den Meister selbst in den zahlreichen Vidi-Wall Zuspielungen in gewohnter Text- und Stimmlage zu hören.

Etwas besser gelang die Performance zu „Vienna Calling“ , wobei die drei Protagonisten den Refrain zu ihren Gunsten kurzfristig umänderten: „…Wien in Not, fettes Brot,…“.

Edita Malovčić glänzte in einem beeindruckenden „synchron“ Duett mit dem Superstar auf der Leinwand: Beim Song „Les Nouveaux Riches“ wechselte sie gekonnt von der Lead- zur Side-Stimme und ließ so Falco immer wieder den „Vortritt“. Ihre geschmeidigen Tanzbewegungen komplettierten den positiven Gesamteindruck Ihrer Darbietung.

Eines der Highlights war “Junge Römer”, das von Gianni Nannini – im Duett mit Julian le Play gesungen wurde. Nanninis „rauchige“ Stimme gab den italienischen Textpassagen des Originals die nötige Würze und hätte den Song sicherlich auch zu Lebzeiten des Sängers „aufgepeppt“ und – als Neuauflage im Duett mit Falco – in die Charts katapultiert. Vermutlich mit weitaus besserem Erfolg als das Recording mit Brigitte Nielsen zu „Body Next To Body“.

Falcos ersten kommerziellen Erfolg „Ganz Wien“ ließ sich der Superstar „selbst“ nicht nehmen: Die Regisseure dieses denkwürdigen Abends ließen den Falco-Song als Zuspielung im 1:1 Original vom Auftritt 1993 über den mächtigen Video-Screen der Bühne flimmern.

Johannes Krisch erntete für seinen phänomenalen sängerischen „Kraftakt“ und seine schauspielerischen Fähigkeiten bei „Jeanny“ den tosenden Applaus des Publikums. ORF-Moderator und ZIB Anchor Tarek Leitner sprach dazu die „berühmten“ Nachrichten. Krisch konnte in weiterer Folge auch bei „Titanic“ seine außergewöhnliche Performance unter Beweis stellen. Einige Fans fragten sich sicherlich, ob er vielleicht nicht doch besser Sänger statt Schauspieler hätte werden sollen.

Bernhard Rabitsch (Trompete und Percussion) bekam beim Song „Männer des Westens“ , der von Yasmo dargeboten wurde, mächtige Verstärkung durch eine zehn-köpfige, in anmutigen „K & K Uniformen“ auf der Bühne einmarschierende Trompeter-Band. Der österreichischen, im Dirndl tänzelnden Rapperin lagen die schnellen Textpassagen des Originals und sie fühlte sich bei ihrem Auftritt sichtlich wohl.

Beim Duett zu „Sound of Musik“ überzeugte die holländisch/deutsch/österreichische Musicaldarstellin Ana Milva Gomes ob ihres Berufes bei den englischen Back- bzw. Zweit-Vocals noch eher als der US-amerikanische Musicaldarsteller Drew Sarich, der die vorwiegend deutschsprachigen Haupt-Textpassagen übernahm. Nur die Original Falco Video-Zuspielungen von 1993 konnten den Song noch einigermaßen retten.

Rockröhre Gianna Nannini beeindruckte auch in ihrem zweiten Song und konnte die brodelnde Menschenmenge mit ihrer Video-Duett-Interpretation von Falcos Bob Dylan Cover „It´s All Over Now Baby Blue“ etwas abkühlen, bevor der stimmgewaltige Georgij Makazaria im übergroßen weissen Mantel zu “Dance Mephisto” den tanzenden Teufel gab und die Menge wieder auf Siedepunkt-Niveau brachte.

Für „Rock Me Amadeus“ und Falcos Hymne „Europa“ traten alle Künstler zum großen Finale noch einmal gemeinsam auf die Bühne:

FOTO: APA/HERBERT P. OCZERET

Im Gegensatz zum Originalkonzert, das wegen eines Blitzeinschlags vorzeitig abgebrochen werden musste, herrschte bei der Wiederholung am Wiener Donauinselfest 24 Jahre später laues Sommerwetter. Auf die Frage der Band, wer damals dabei gewesen sei, gingen zwar einige Hände in die Höhe, noch mehr hatten das Konzert allerdings nicht miterlebt. “Falco hat sein Konzert nicht fertig gespielt. Deshalb wollten wir das heute nachholen”, sagte Bandleader Thomas Rabitsch.

So gelangten am Samstag auch jene Lieder, die Falco damals nicht mehr performen konnte, wie „Wiener Blut“, „Dance Mephisto“ und „Rock Me Amadeus“ , zur Aufführung.

“Falco, ich wollte nur sagen: Wir lieben dich”, sprach Edita Malovčić wohl die Gedanken vieler Fans aus, die begeistert mitsangen.

Die Idee hinter dem Tribute: 1993 spielte Falco auf der Donauinsel vor 120.000 Fans das wohl legendärste Konzert seiner Karriere. Weder ein Blitzeinschlag auf der Bühne noch Wasser in der Soundanlage konnten ihn damals stoppen. Ein Konzert, über das noch heute jeder spricht, der dabei war:– 


„Größte Performance aller Zeiten“

Der österreichische Bundeskanzler Christian Kern in einem Facebook-Posting: „Sein Donauinselkonzert war die größte Performance auf österreichischen Boden aller Zeiten. Prägend für eine ganze Generation. Ich spüre heute noch die durchweichte, 15 Kilo schwere Jeansjacke auf meinen Schultern!“

2017 wurde dieses Konzert nun wiederholt – und zwar mit der exakten Songliste von damals:
Das „Falco-Tribute-Konzert“ ist eine Produktion des ORF in Kooperation mit Thomas Rabitsch Music Production mit freundlicher Unterstützung der Falco Privat Stiftung. Veranstalter ist das Wiener Kulturservice in Zusammenarbeit mit Schwaiger Music Management GmbH, Technikpartner ist Hey-U.


FALCO.NET – LINK
:
Wiener Donauinselfest

Quellen:
Radio Wien – Kurier – APA-OTS – Krone


Das Tribute

Ein Querschnitt durch das Line-Up:

 


TV-Berichte und Interviews

1,1 Millionen Besucherinnen und Besucher zählten die Veranstalter beim Donauinselfest am Samstag. Lautstark bejubelt wurden unter anderem Hansi Hinterseer und das Falco-Tribute-Konzert:

Hinter den Kulissen:
Die Proben zum Tribute – Aus dem großen Sendesaal des ORF
(„Heute Leben“ vom 22.06.2017)

 


Thomas Lang gibt Falco die Ehre

Thomas Lang widmet Falco am diesjährigen Donauinselfest 2017 in Wien seine Anteilnahme.
Lang ist es her, das begehrte Falco Donauinselkonzert, als der Blitz einschlug! Diesmal hoffentlich nicht! Falco forever:

(c) 2017 by Thomas Lang – Youtube Video by „Falcoheaven