Falco-Video Produzent Rudi Dolezal „DoRo“ insolvent

Filmproduktion DoRo insolvent

Die Filmproduktionsfirma DoRo GmbH mit Sitz in Wien und Purkersdorf ist insolvent. Das Unternehmen von Rudi Dolezal, das einst Musikvideos u.a. für Falco produzierte, soll laut KSV1870 mit 540.000 Euro verschuldet sein.

  Rudi Dolezal und Falco © KURIER/Ingrid Bahrer-Fellner

Ob David BowieFalcoFrank ZappaWhitney Houston, Queen oder die Stones – der Filmproduzent Rudolf Dolezal war früher eine große Nummer im Musikvideo-Geschäft. Dolezal hatte einst in den frühen 1980er-Jahren das Musikvideo als neues Medium entdeckt und propagiert. Diese erfolgreichen Zeiten des heute 61-jährigen Rudi Dolezal scheinen seit Längerem vorbei zu sein.

Doch das ist nicht die erste Insolvenz. Laut Firmencompass ging im Jahr 2002 die Wiener City Film Produktion pleite, 2003 die DoRo Media AG und vor fünf Jahren traf es die Österreich-Zweigstelle der Münchner DoRo-Filmproduktions-GmbH. Dolezal war in diesen Firmen nicht nur Eigentümer, sondern hatte auch Management-Funktionen über. Bei der DoRo-Filmproduktions-GmbH erhielten die Gläubiger laut Creditreform 5,25 Prozent Quote.

Im gegenwärtigen Konkursantrag sind von der Insolvenz rund 50 Gläubiger betroffen. Die „DoRo GmbH“ Schulden werden mit rund 540.000 Euro beziffert, davon entfallen 470.000 Euro auf Lieferanten, der Rest auf Verbindlichkeiten bei den Mitarbeitern. Unternehmensangaben zufolge, ist „kein wesentliches Vermögen vorhanden“, wie der Kreditschutzverband in einer Aussendung berichtete. „Es ist daher für die Insolvenzgläubiger mit keiner Quote zu rechnen.“ Nur die 4.000 Euro zur Deckung der Verfahrenseröffnungskosten wurden hinterlegt.

Dolezal selbst teilt im Konkursantrag dem Gericht mit, dass die Geschäfte eigentlich zufriedenstellend gelaufen seien, aber ein Dienstnehmer, der die Buchhaltung betreute, soll 80.000 Euro veruntreut haben. Dazu sei am Gericht in St.Pölten ein Strafverfahren, anhängig. Zugleich soll eine Honorarforderung eines Dienstleisters (80.000 Euro) nicht mehr bedient worden sein. Erschwerend hat sich laut Kreditschutzverband zudem auch der Wegfall des größten Auftraggebers ausgewirkt. „Das Unternehmen war bereits im Zeitpunkt der Konkurseröffnung inaktiv und soll auch nicht wieder eröffnet werden, sodass der Masseverwalter nunmehr die bestmögliche Verwertung der Aktiva vornehmen wird“, weiß KSV1870-Experte Alexander Klikovits.

Schwere Verluste

Bereits im Geschäftsjahr 2017 betrug der Bilanzverlust 196.700 Euro, das negative Eigenkapital 161.700 Euro und die Verbindlichkeiten 672.300 Euro. „Aufgrund der Tätigkeiten auf dem Gebiet der Film- und Videoproduktion wurden immaterielle Anlagegüter (Urheberrechte ) geschaffen, welche gemäß UGB nicht aktiviert werden können, deren Wert jedoch das negative Eigenkapital bei weitem übersteigen“, teilte die DoRO GmbH damals dem Firmenbuchgericht mit.

Hatte Rudi Dolezal früher in zumindest acht Firmen Funktionen, so hat er heute nur noch vier: Er ist unter anderem Co-Stifter der Alpedo Privatstiftung sowie Eigentümer und Geschäftsführer der Alpedo-Vermögensverwaltung. Letztere schrieb im Geschäftsjahr 2017 448.000 Euro Bilanzverlust, federte den Verlust aber mit hohen Kapitalrücklagen (1,2 Millionen Euro) ab. Die Alpedo Vermögensverwaltung ist Eigentümerin einer Liegenschaft in Purkersdorf. Darauf sind Pfandrechte von zwei Banken in Höhe von 125.000 Euro bzw. 150.000 Euro eingetragen. Außerdem ist eine gerichtliche Exekution im Grundbuch ersichtlich. Die Stadtgemeinde Purkersdorf hat im Vorjahr 29 Rückstände bei Abgaben und Steuern in Höhe von 2.752 Euro geltend gemacht.

Weltruhm durch Falco-Musikvideos

Mitgründer Hannes Rossacher ist bereits 2008 aus der Geschäftsführung der 1987 gemeinsam mit Rudi Dolezal gegründeten DoRo-Filmproduktion ausgeschieden. Tätig war die Filmproduktionsfirma vor allem im Bereich der Pop- und Rockmusik. Ihre Arbeiten für die Rolling Stones, Queen, David Bowie, Bon Jovi, vor allem aber auch die Musikvideos mit Falco wurden weltbekannt. DoRo wurden mit vielen relevanten Film-, TV- und Videopreisen weltweit ausgezeichnet.

Hannes Rossacher, Freddy Mercury (Queen) und Rudi Dolezal © Rudi Dolezal

Quellen:

ORF.AT

Kurier.AT – Bericht 1

Kurier.AT – Bericht 2


Kurier Bericht vom 05.02.2018:

Die Ausnahme-Karriere des Rudi Dolezal

Gemeinsam mit Partner Hannes Rossacher revolutionierte Dolezal die Popgestaltung der vergangenen Jahrzehnte.

  DoRo und Falco © Rudi Dolezal/Facebook

Er gehört zu den epocheprägenden Produzenten Österreichs, ist ein Medienmacher und Mediengestalter, der die visuelle Jugend einer ganzen Generation begleitete: Rudi Dolezal.

DoRo: Erfolgsduo aus Österreich

Am Montag (5. Februar 2018) wird das Do im legendären Produzentenduo DoRo 60 Jahre alt. Und bis heute ist Dolezal als Dokumentationsgestalter hoch aktiv und dreht etwa für Servus TV regelmäßig Sendungen. Bis heute assoziiert die Mehrheit allerdings mit dem Namen Dolezal jene Zeit, in welcher der Wiener gemeinsam mit seinem Partner Hannes Rossacher unter dem DoRo-Label als Musikvideo- und Filmemacher Geschichte schrieb.

Torpedo Twins“ nannte Freddie Mercury die beiden Künstler einst, die eine ganz neue Ästhetik des Pops nach Österreich brachten und damit international reüssierten. So gehörte Mercury mit seiner Band Queen zu den prominentesten Auftraggebern, zu denen auch Namen wie Frank Zappa, die Rolling StonesDavid BowieMiles Davis oder Hermann Nitsch zählten.

Dabei war Dolezal selbst 14 Jahre als klassischer Gitarrist ausgebildet worden, bevor er sich der Musik anderer zuwandte. Im Medienbereich hatte er wie sein späterer Firmenpartner Rossacher 1975 als freier Mitarbeiter beim ORF begonnen. Anfang der 80er Jahre gründeten die beiden, die sich schon im ORF auf den Popbereich fokussiert hatten, mit DoRo dann ihre eigene Produktionsfirma mit Sitz in Wien, die schnell internationale Aufträge für Musikvideos und Dokumentationen verbuchte.

Schon 1982 drehten sie ihr erstes Video für die Stones und die Dokumentation „Die ersten 20 Jahre“ über die legendären Rocker. Auch wurden Programme für Sender wie die ARD und das ZDF, die BBC oder MTV konzipiert. Bald gaben sich die nationalen wie internationalen Größen die Klinke in die Hand, um ihre Musik in ein optisches Gewand aus Wien kleiden zu lassen.

Aus der Feder des Duos stammen Werke wie Falcos heute legendäres „Rock me Amadeus“-Video. Im Selbstverständnis machte DoRo „Musik für die Augen“. Und dieses Ansinnen beschränkte sich beileibe nicht nur auf Auftragsarbeiten, war Dolezal doch gemeinsam mit Rossacher inhaltlich auch am Aufbau der neuen TV-Sender Premiere und VIVA beteiligt.

Die Ehrungen für DoRo kamen in Kohortenstärke und reichten von Grammy-Nominierungen bis zum Goldenen Ehrenzeichen der Republik. Auch drei Goldene Romys kann Dolezal sein Eigen nennen.

 

© Rudi Dolezal/Facebook

Konkurs & „Solokarriere“

Wirtschaftlich ging es der stark expandierenden DoRo jedoch am Ende weniger gut. Nach Finanznöten ging die Firma 2003 schließlich in Konkurs und die beiden Partner getrennte Wege. Dieser berufliche Schlag bedeutete allerdings nicht das Karriereende für den umtriebigen Dolezal, der weiterhin für das Fernsehen aktiv ist.

So war er im Vorjahr etwa an der Regie der Houston-Dokumentation „Whitney: Can I Be Me“ beteiligt oder würdigt mit seiner „Kabarettlegenden“-Reihe auf Servus TV die Größen der Zunft wie zuletzt Werner Schneyder.

Und mit dem Format „Dolezal Backstage“ auf Servus TV bietet der Fernsehmacher Einblicke in sein Leben mit den Musiklegenden des vergangenen Jahrhunderts, wobei er sich mit einem seiner legendärsten Wegbegleiter demnächst auch in Buchform auseinandersetzen wird („Freddie Mercury. Meine Geschichte“, Hannibal Verlag). Langweilig dürfte Rudi Dolezal also auch im siebenten Lebensjahrzehnt nicht werden.

Quelle: Kurier


Auszug aus der Facebook-Seite von Rudi Dolezal am 12. Februar 2018:

ERINNERUNGEN AN FALCO – anlässlich des 20. Todestages meines Freundes Hans Hölzel – von Rudi Dolezal

DoRo und Falco © Rudi Dolezal/Facebook

Wenn ich mich an meinen Freund Hans Hölzl, der eine komplett getrennte Person von „Falco“ war – eigentlich waren das zwei verschiedene Personen – wenn ich mich also an Hans zurück erinnere, dann sind mir mehrere Dinge wichtig: Natürlich fallen mir Dutzende von Situationen, Erlebnissen, Exzessen ein, etwa als 40 Schauspieler und das komplette Filmteam stundenlang beim „Amadeus“-Videodreh auf ihn warten mussten, als ich das zweifelhafte Vergnügen hatte, für ihn in Graz dabei zu sein, als er „seine“ Isabella kennen lernte und wir ihn am Ende des Abends betrunken ins Bett tragen mussten, als er beim Dreh für das Video „Charisma Kommando“ zusammenbrach , als er die gesamte Jury der „Goldenen Rose von Montreux“ beleidigte und und und.

Am liebsten erinnere ich mich aber an den intelligenten, gebildeten interessant-interessierten Zeitgenossen, der Hans Hölzl war und den ich jahrzehntelang meinen Freund nennen durfte. Hans Hölzl war ein ewig Suchender, wonach suchte er? Nach Liebe und Anerkennung – aber vor allem nach Liebe.

Wir saßen oft in meinem Haus in Purkersdorf bei Wien und plauderten. Plauderten stundenlang. Nur wir zwei. Besonders gut erinnere ich an so einen Abend, es muss 1996 gewesen sein, ich war damals mit der heute noch großartigen Malerin und Künstlerin Evi Tauchen („Evi T.“) zusammen in einer insgesamt 17jährigen Beziehung. „Ich bewundere dich, Rudi“, sagte Hans und zündete sich eine Zigarette an während er an seinem Jack Daniels nippte. „Wie schaffst du das, mit einer Frau so viele Jahre glücklich zusammen zu sein? Ich bin neidig, Oida. Mir ist meistens nach zwei Wochen mit ein und derselben Frau fad im Hirn und in den Lenden …!“
Er lachte und gleichzeitig wusste er, was er da gerade gesagt hatte, war gar nicht lustig, sondern eher traurig. „Hans“, sagte ich, „vielleicht ist das das Problem. Vergiss die Lenden (den Sex) und das Hirn – nimm das Herz und schenk es einer Frau.“
Ich kam mir bei diesen Worten wie der Oberlehrer vor , aber Hans schaute mich mit großen Augen an und meinte: „Rudi, du hast vielleicht recht – darüber hab ich noch nie nachgedacht.“ Ich fand das immer erstaunlich, dass ein Mann wie Hans/Falco, der so gut aussah, so interessant war, erfolgreich („Rock me Amadeus“), charmant sein konnte etc etc immer Probleme mit Frauen hatte! Dafür gabs meiner Meinung nach zwei Gründe:
Seine Kindheit, in der er zu wenig „Herz“ mitbekam und später der Alkohol.

Mir ist es heute wichtig, wenn wir Falco und Hans gedenken, nicht nur über seine Exzesse – und viele wissen, davon gab es genug – reden, sondern über den MENSCHEN, der ein unheimlich klasser Bursch war.
Ganz nebenbei, ein hervorragender Musiker und Österreichs einziger Weltstar der Popmusik. Vor diesem Hans/Falco ziehe ich meinen Hut und stelle die Frage an alle österreichischen Behörden, die ich schon genau vor 20 Jahren bei seinem Begräbnis stellte:
Wieso sind noch keine Stadien oder Flughäfen in Österreich nach Falco benannt? Schließlich war er Österreichs bester Botschafter im Ausland!

Hans, keep on rocking.
Love and respect, Rudi Dolezal.

Quelle: Facebook


 

Rudi Dolezal, österreichischer Filmproduzent und Regisseur, war seit den 1970er Jahren Freund und Videoproduzent von Falco.

Im Exklusiv-Interview für den Fernsehsender oe24.tv des Medienmachers Wolfgang Fellner schildert er die „Wahrheit über Falcos Tod“, sowie etliche Storys und Geschichten über FALCO.

Intro:

Rudi Dolezal (DoRo) im Gespräch mit Wolfgang Fellner


Das Exklusiv Interview:

Teil 1 von 4


Das Exklusiv Interview:

Teil 2 von 4


Das Exklusiv Interview:

Teil 3 von 4


Das Exklusiv Interview:

Teil 4 von 4